Tengelmann kauft ein
Das Familienunternehmen Tengelmann aus Mühlheim an der Ruhr ist während der Krise auf Einkaufstour gegangen. Neben Beteiligungen im Offlinebereich hat Tengelmann vor allem kräftig in Onlineunternehmen investiert. Zum Glück erst jetzt, denn so konnten die Beteiligungen günstig erworben werden. Wir erinnern uns alle an den StudiVZ-Deal. Dieses Internetunternehmen ist für einen Wahnsinnspreis über den Tisch gegangen. Die Gründer hat es gefreut, doch die Nachfolger scheinen mit dem Deal nicht so richtig froh zu werden. Zu groß ist die Konkurrenz von Facebook und Co, als dass man das getätigte Invest wieder rausholen könnte. Die Gründer haben zur richtigen Zeit verkauft, muss man da sagen und Tengelmann ist genau zur richtigen Zeit in bestehende Onlineunternehmen, die auch ein Geschäftsmodell vorlegen konnten, eingestiegen. Allerdings bleibt auch bei diesen Akquisitionen fraglich, wann Geld verdient wird. Kaum ist eine Internetidee auf dem Markt, wird diese sofort kopiert. Oft wundern sich die Kopierer über ihre Kopierer. Wer aus unserer Sicht alles richtig macht, ist der Schuh-Shop Zalando. Geführt von Internetprofis und bis hin zur kostenloses Kundenhotline für Anfragen wurde wirklich an alles gedacht. Der mögliche Verkauf von Zalando könnte Tengelmann Freude bereiten, doch wie es bei den anderen Investment weitergehen soll, kann man als Außenstehender nicht absehen. Auf jeden Fall gibt es eine große Konkurrenz am Markt. Da man aber nicht, wie andere Unternehmen, die vor der Krise für utopische Summen Internetbuden erworben haben, mit dem Geld um sich wirft, sollten sich die ausgesuchten Beteiligen auf Dauer für Tengelmann rechnen. Rund 100 Millionen Euro soll Tengelmann während der Krise für Beteiligungen ausgegeben haben. Zur Tengelmanngruppe zählen Tengelmann- und Kaisers-Supermärkte, die Obi Baumärkte und der Textildiscounter Kick, der nun auch endlich seinen Angestellten eine Mindestlohn zahlt.
