0900: Anbieter wollen Gleichberechtigung

Mittwoch, 16. August 2006

Telefon-Mehrwertdienste versprechen vor allem eines: hohe Umsätze. Rund 25 Prozent der Erträge werde dabei aktuell über Mobiltelefone erwirtschaftet, wie jetzt Die Welt berichtet. Bei der 0900-Rufnummergasse liege dieser Anteil sogar bei mehr als 50 Prozent.
Dabei werde das Angebot stetig vergrößert, vor allem durch Musik- und Video-Dienste. Doch der Gesamtumsatz liegt im Vergleich mit anderen Staaten unter dem Schnitt. Den Grund sehen Experten vor allem im Verhalten der Mobilfunknetzbetreiber.
Wie der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) gegenüber der Welt berichtet, kassieren diese gegenüber den Festnetzbetreibern einen bedeutend höheren Anteil an den Erträgen: Während im Festnetz die Mehrwertdienste-Anbieter den Preis für den Kunden bestimmten, werde dieser im Mobilfunk von den Netzbetreiber festgelegt und den Anbietern lediglich ein bestimmter Anteil zugesichert. Hierdurch entstünden abhängig vom jeweiligen Netz unterschiedliche Kosten für den Kunden.
Die Netzbetreiber weisen die Kritik dagegen zurück und verweisen auf die Marktwirtschaft. Nicht ganz unerheblich dürfte jedoch sein, dass sie ähnliche Services selber offerierten und die Mehrwertdienst-Anbieter daher als Konkurrenz wahrnehmen. Eine Lösung des Dilemmas wäre eine Regulierung durch die Bundesnetzagentur, allerdings ist nach Meinung des VATM auch noch eine gütliche Einigung möglich. Dies setze aber voraus, da die Diensteanbieter als gleichberechtigte Partner anerkannt würden. Ziel sei die Angleichung der Entgelte für Mobilfunk- und Festnetz, vom der letztendlich die Kunden profitieren würden.

Quelle: teletarif.de

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