Deutschland ohne Kinder?

Mittwoch, 19. Mai 2010

Schreckliche Zahlen liegen uns vor. Im letzten Jahr wurden in Deutschland nur noch 651 000 Kinder geboren. So niedrig soll die Geburtenrate noch nie gewesen sein. Keiner macht mehr Kinder in unserer Wohlstandsgesellschaft, in der man lieber auf Tiere statt auf Kinder setzt. Jeder Hund und jede Katze findet schneller einen Paten, als ein kleines Kind, was von seiner Mutter keine Fürsorge erhält. Komische Entwicklung, aber beginnt diese nicht bereits bei uns allen? Beruflich kommt heute kaum noch in die Startlöcher und muss sich manchmal Jahrelang mit Praktikanten-Jobs und Kellner-Tätigkeiten über Wasser halten. Dann zieht man nach Berlin, wo das Leben billig ist und man sein Leid mit anderen teilen kann. Zweitstudenten und Hartz IV-Leute überwiegen in den szenigen Vierteln der Stadt. Jeder spart auf eine coole Ray Ban Sonnenbrille und auf ein iBook aber so richtig kommt nur bei den wenigsten etwas rum und damit meine ich den Kontostand. Für die Miete und den nächsten Drink reicht es aber auf jeden Fall und so schleppen sich die Jahre dahin. Ehe man sich versieht ist man in den Vierzigern und hat immer noch keine Familie auf die Reihe bekommen. Unsere Eltern waren in diesem Alter schon längst durch mit uns. Wir aber leben unsere egoistisches Freizeitprogramm hemmungslos weiter. Für eine Familie fehlt uns das Geld und manchmal auch schlichtweg der richtige Partner. Es gibt kaum noch richtige Kerle in der Stadt, alle sind irgendwie verweichlicht. Wenn sich dann nicht die eine oder andere Frau paar Tropfen Sperma klauen würde, gebe es wohl bald gar keine Kinder mehr. Und damit beginnt für die Alleinstehenden Frauen das nächste Problem, denn welcher Vermieter oder Arbeitgeber stellt eine Frau mit Kind ein? Solange wie an dieser Stelle kein Umdenken erfolgt, sieht unsere Zukunft düster aus. Fragt man sich nur, an wenn man eines Tages die ganzen Häuser und Fabriken eigentlich vererbt werden sollen, wenn keiner mehr nachkommt?

Kommentare zu "Deutschland ohne Kinder?"

  1. malimernst 05. 07.2010

    “Privateigentum wurde Staatseigentum und dann völlig heruntergewirtschaftet”
    wenn sie dem staat so wenig zutrauen, sollten sie sich wohl eher fragen, warum sie sich von ihm regieren lassen… nur kopfschütteln über solche polemik

    “Fragt man sich nur, an wenn man eines Tages die ganzen Häuser und Fabriken eigentlich vererbt werden sollen, wenn keiner mehr nachkommt?”
    ja, wirklich dramatisch, keine paris hilton mehr? ich verweise einfach auf ihren beitrag “Theater in NRW” – warum sollte privatvermögen, das auf kosten der gemeinschaft „erwirtschaftet“ wurde, nach dem ableben nicht ins gemeinschaftswohl übergehen? die antwort kennen wahrscheinlich nur sie.
    im übrigen: glaube keiner statistik, die … ich sehe erstaunlich viele junge menschen mit kindern. kinder, die keine perspektive haben und daher in unserer gesellschaft mehr zum problem werden als zur problemlösung beitragen.

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