Schweiz: Ehrenkodex gegen Schmuddel und Spam
Montag, 14. August 2006
Einige Anbieter in der Schweiz von Televoting, Wetterauskünften, Erotik und Unterhaltung wollen sich von «schwarzen Schafen» abgrenzen. Sie wollen mit Selbstregulierung ein gesetzliche Lösung verhindern.
Unternehmen, die solche Dienstleistungen anbieten, haben sich in der Vereinigung «Swiss Association Added Value Services» (SAVASS) zusammengeschlossen. Wie viele Mitglieder die Vereinigung zählt, wollte SAVASS-Präsident und SVP-Nationalrat Ulrich Giezendanner nicht sagen. SAVASS sei im Aufbau begriffen. Ziel sei die Förderung eines ethisch einwandfreien Wettbewerbs und die Interessenvertretung gegenüber Politik und Behörden.
Grosse Bedeutung habe der Ehrenkodex der Vereinigung, sagte Giezendanner. Damit könnten schwarze Schafe ausgegrenzt werden, die dem Ansehen der Branche schadeten. Es gehe auch darum, das Image zu pflegen.
Schutzalter 18
Der Ehrenkodex verlangt, dass SAVASS-Mitglieder «bei fehlender Kundenbeziehung» auf Spam verzichten. Ausserdem müssen sie «im Rahmen der technischen Möglichkeiten» bei Angeboten der Erwachsenenunterhaltung das gesetzlich vorgeschriebene Schutzalter von 16 Jahren auf 18 Jahre heraufsetzen.
Konkret sollen Kunden von Telefonsex-Angeboten nach ihrem Alter gefragt werden, wie Richard Permann, Rechtskonsulent der im Erotikgeschäft tätigen Firma TeleVox, erläuterte. Klinge die Stimme zu jung, werde die Dienstleistung nicht erbracht. Besorgte Eltern hätten zudem die Möglichkeit, ihre Telefonnummer sperren zu lassen.
Neue Gesetze vermeiden
Neben der Image-Pflege geht es den Anbietern nach eigenen Angaben auch um die Bekämpfung «überflüssiger Gesetze». Die Mehrwertdienste hätten ein grosses Potenzial, sagte Giezendanner. Es sei für die Wirtschaft «enorm wichtig», ihre Abwanderung ins Ausland zu verhindern. Die Behörden hätten bisher «nach freiem Ermessen reguliert, und zwar sehr hart und nicht immer im Sinne der Handels- und Gewerbefreiheit». (grü/sda)
Quelle: tagesanzeiger.ch
